Hertha ist nach dem wichtigen Auswärtssieg in Braunschweig nur noch 19 Punkte hinter dem Aufstiegssoll zurück. Da Hertha in der Sollrechnung nur noch in Köln und Münster insgesamt 5 Punkte abgibt, bliebe es am Saisonende, vorausgesetzt Hertha gewänne alle acht noch ausstehenden Spiele, bei minus 14 Punkten. Wenn wir realistisch sind und höchstens vier Siege, also 12 Punkte erwarten, ergäbe das 41 Punkte, also immerhin vier weniger, als eine unbekannte KI vor wenigen Wochen vorausgesagt hat. Ein deprimierendes Ergebnis, wenn man berücksichtigt, dass Hertha in der Saison 2012/13 mit 76 Punkten unter Trainer Luhukay einen bis heute gültigen Punkterekord aufstellte.
Egal, realistisch erscheint zumindest, wenn die Braunschweiger Leistung auch nur halbwegs über die Länderspielpause transferiert wird, dass Hertha nicht absteigt, zumindest nicht direkt.
Die Mannschaft hat unter dem neuen Trainer Leitl jetzt in vier Spielen vier Punkte geholt. Der Punkteschnitt mit einem Zähler pro Spiel ist zwar der eines potenziellen Absteigers, spiegelt jedoch die Leistung nicht korrekt wider: Gegen Nürnberg, Gelsenkirchen und natürlich auch in Braunschweig war man die bessere Mannschaft, nur der unerklärliche Einbruch beim Big City Club Elversberg passt nicht ins Bild. Andererseits hat die Mannschaft auch unter Fiel viele gute Spiele gemacht ( HSV, Kaiserslautern, Düsseldorf…) und trotzdem verloren. Alles in allem nicht erklärbare Leistungsschwankungen, die Hertha ein weiteres Jahr in der 2. Liga belassen werden. Und dass Hertha im nächsten Jahr, mit nominell viel schwächerer Mannschaft nach den vorherzusehenden Abgängen von (mindestens) Maza und Reese, auch nicht um den Aufstieg mitspielen wird, dürfte klar sein. Es sei denn, man besinnt sich und kauft nicht auf Teufel komm raus neue Spieler ein, sondern legt den Focus auf die MANNSCHAFT, nicht auf individuelle Klasse (Demme, Sessa…). Damit hat Hertha schon in der ersten Liga schlechte Erfahrungen gemacht, als viele gute (und teure) Spieler trotzdem abgestiegen sind, weil das Team keins war.
Mit namenlosen Spielern viel erreichen, das ist die Kunst, die einen guten Trainer ausmacht, z.B. Christian Streich, Frank Schmidt oder auch Stefan Leitl, der mit Fürth schon mal den Aufstieg geschafft hat. Der Berliner Weg, der nicht auf große Namen, sondern auf die Mentalität setzt, könnte doch noch für die eine oder andere Überraschung in der Zukunft sorgen.