Mit dem Aufstieg könnte es nach der (unverdienten) Niederlage gegen Düsseldorf schwer werden. Also: In der nächsten Saison. In dieser Spielzeit können wir froh sein, wenn das Schlimmste vermieden werden wird, nämlich der Abstieg in die Traditionsliga 3. Und wenn nach der Saison Reese, Maza und einige andere Leistungsträger aller Voraussicht nach gehen werden und schon wieder ein Totalumbruch die Folge sein wird, muss es nicht unbedingt leichter werden oben mitzuspielen.
Nach drei ordentlichen bis guten Spielen gegen Hamburg, Kaiserslautern und vor allem Düsseldorf (nur die Partie in Regensburg passt nicht in dieses Schema), die trotzdem allesamt verloren wurden, greifen die sogenannten Mechanismen des Geschäfts eiskalt zu: Trainer Fiél wird „freigesetzt“, d.h., er bezieht weiter sein bestimmt nicht gerade niedriges Gehalt, ohne dafür zu arbeiten. Das FDP-Motto „Leistung muss sich wieder lohnen“ wird hier sozusagen auf den Kopf gestellt: Nichtleistung (zumindest was die Ergebnisse der harten Arbeit angeht) wird durch verfrühten Winterurlaub belohnt. Schafft nicht jeder!
Aber mal im Ernst: Kann der Trainer was dafür, dass Schuler fünf Minuten vor Schluss an den Pfosten köpft? Natürlich nicht. Schon Pal Dardai, der alte Fußballphilosoph, sagte ja mal, dass man bestimmte Dinge (Stichwort „individuelle Fehler“) nicht coachen kann.
Die meisten Fans stimmen der Entscheidung des Präsidiums sicher zu. Und nun? Macht es der nächste besser? Wir werden es an den Ergebnissen sehen. Auf jeden Fall ist der Trainerwechsel das leider viel zu späte Eingeständnis des Vorstands (vor allem von Geschäftsführer Tom Herrich, vielleicht auch von Zecke Neuendorf), dass das Abservieren von Pal Dardai ein großer Fehler war, wie nicht wenige immer wieder behauptet hatten. Natürlich kann man nicht sicher sein, dass die Saison unter einem Dardai als Übungsleiter besser verlaufen wäre, auf jeden Fall wäre sie billiger gewesen, weil man Ablöse und Weiterzahlung nach der Freisetzung gespart hätte.
Tatsache bleibt: Mit „langweiligem“ Dardai-Konter-Fußball wurde Elversberg mit 5:1 aus dem Stadion geschossen, mit „attraktivem“ Fiél-Ballbesitz-Fußball wurde 1:4 verloren. Anscheinend haben einige Herren aus der Führungsetage den Sinn des Spiels noch nicht verstanden.