Das blaue Frühlingsband

„Frühling lässt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte…“ schrieb Eduard Mörike schon vor fast 200 Jahren, als hätte er geahnt, dass die blauweiße Hertha den Winter mit einem Trainerwechsel verabschieden und damit den Frühling einläuten würde. Etwas Neues wird erwartet, in der Natur und im Olympiastadion, nämlich endlich mal wieder drei Punkte, mit denen man sich ein wenig aus der Abstiegszone entfernen kann. Ob diese Erwartungen von Stefan Leitl erfüllt werden können, wird sich zeigen. Viel besser spielen als in den Partien dieses Jahres (Ausnahme Regensburg) muss man nicht, nur der Ertrag müsste sich vervielfachen. Ob das ein neuer Trainer kann ist nicht garantiert. Aber wie es mit dem Frühling so ist: Man hat Hoffnungen, die in der Zeit erfüllt werden sollen.

Leitl hat ja schon gezeigt, dass er`s kann. In Ingolstadt hat er sich Stück für Stück von der U17 bis zur Profimannschaft vorgearbeitet, anschließend ist er mit Fürth als Außenseiter mit schmalem Budget aufgestiegen (121 Spiele mit 1,24 Punkten im Durchschnitt) und zuletzt coachte er 89 Spiele bei Hannover 96 mit dem beachtlichen Durchschnitt von 1,42 Punkten. Bei Hertha war in den letzten zehn Jahren nur Pal Dardai in seiner letzten Amtszeit mit 1,45 Punkten etwas besser. Allerdings: Mit diesem Schnitt erspielt man sich auch nur 48 Punkte in einer Saison, was zum Aufstieg nicht reicht. Immerhin würde man auf diese Weise 17 Punkte aus den verbleibenden 12 Spielen dieser Grottensaison holen, was mit dann 42 Punkten zumindest ein Abrutschen unter den Strich verhindern würde. Das kann natürlich nicht Herthas Anspruch sein. 1,8 Punkte müssten es in der nächsten Saison schon pro Spiel werden, um wenigstens 60 Punkte zu erzielen, d.h., ein Wörtchen um den Aufstieg mitreden zu können. Wie das mit einem dann wahrscheinlich schwächeren Kader gelingen soll, steht in den Sternen. Aber lasst uns erst mal diese Saison anständig zu Ende bringen. Ein einstelliger Tabellenplatz wäre ja aus heutiger Sicht schon das höchste der Gefühle. Aber dazu müsste am Freitagabend gegen Nürnberg das blaue Hertha-Frühlingsband zu einem Sieg flattern…

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